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Abendrot
Das Abendrot (analog: Morgenrot) wird durch ein Überwiegen des Rotanteils im Sonnenlicht hervorgerufen. Je tiefer die Sonne steht, umso länger wird der Weg des Sonnenlichtes durch die Atmosphäre. Dabei wird der kurzwellige (blau, grün) Anteil des Lichtes stärker durch Streuung an Luftmolekülen, Dunstteilchen und Aerosolen gefiltert. So bleibt zuletzt nur noch der längerwellige rote Anteil übrig.
Abfluss
Teilphase des Wasserkreislaufes: Der Teil des gefallenen Niederschlags, der in Bächen und Flüssen auf der Erdoberfläche fließt. Seine Größe wird als Wassermenge pro Zeiteinheit angegeben und aus der Messung von Fließgeschwindigkeiten bzw. Wasserständen in einem definierten Querschnitt ermittelt. Eine den Wasserstand kontinuierlich aufzeichnende Messstation heißt Pegel. Aus kontinuierlich aufgezeichneten Wasserständen kann unter Verwendung einer so genannten Wasserstands-Abfluss-Beziehung der im Gerinne geflossene Abfluss ermittelt werden. In einer Wasserbilanz bezeichnet Abfluss den Niederschlag, der über oberirdische Wege ein Einzugsgebiet verlässt.
Absinken
Abwärts gerichtete Luftbewegung. Dabei erwärmt sich die Luft und wird trockener, sichtbar z. B. durch blaue Lücken zwischen Wolken.
Absolute Feuchte
Gibt den Gehalt an Wasserdampf pro Kubikmeter Luft an. Steigt ein Luftpaket auf, so dehnt es sich aus und in 1 Kubikmeter Luft ist nun weniger absolute Feuchte als vorher. Daher ist die absolute Feuchte kein konstanter Wert.
Abwind
Wenn Luft durch Erwärmung von unten aufsteigt muss an anderen Stellen zum Ausgleich Luft wieder absinken. Solche Absinkbewegung findet man meist zwischen Quellwolken, teilweise auch direkt neben Aufwindschläuchen unter Quellwolken. Großräumigerer Abwind ist im Lee von Gebirgen oder anderen Hindernissen zu finden. Die im Luv zum Aufsteigen gezwungene Luft stürzt je nach Stabilität im Lee unterschiedlich schnell wieder herab.
Abwind:
Abwärme
Nebenprodukt technischer Prozesse, das an die Umwelt weitergegeben wird. Sie lässt sich in Fernheizungssystemen oder als Prozesswärme verwenden. Bei Kernkraftwerken, in denen ca. 40% mehr Wärme als in anderen Kraftwerken anfällt, ist eine Nutzung wirtschaftlich interessant. Durch die Wärmeabgabe an Luft und Gewässer beim Kühlungsprozess kommt es zu umweltproblematischen Wärmebelastungen.
Adibatisch
Bezeichnung für Vorgänge in der Atmosphäre, die ohne Wärmeaustausch mit der Umgebung ablaufen.
Adria-Tief
Häufig auftretendes Tiefdruckgebiet über der nördlichen Adria, das auf seiner Ostseite warme und feuchte Luft nach Mitteleuropa führt. Besonders im Frühjahr entstehen beim Aufgleiten auf kalte Polarluft ergiebige Niederschläge.
Advektion
Herantransport von Luftmassen (Warm- oder Kaltluft)
Advektionsnebel
Advektionsnebel entsteht, wenn warme, feuchte Luft über eine kühle Luftschicht oder Oberfläche gleitet. Diese Art des Nebels kann sehr mächtig und von der Sonne tagsüber nicht mehr aufgelöst werden. Advektionsnebel kann zu jeder Tageszeit entstehen.
Aerologie
Physik der freien Atmosphäre. Die Aerologie benennt ein Teilgebiet der Meteorologie, die Erforschung der höheren Atmosphäre durch Ballone, Radiosonden und Satelliten.
Aerosol
Kleine, mit dem bloßen Auge nicht sichtbare, in der Luft schwebende feste oder flüssige Teilchen mit einem Durchmesser zwischen 0,01 und 0,0000001 Zentimeter. Die Aerosol-Konzentration beträgt in der Großstadt bis zu 4 Millionen Teilchen pro Kubikzentimeter, in Grönland dagegen zum Teil weniger als 5 Teilchen pro Kubikzentimeter.
Agrarmeteorologie
Zweig der angewandten Meteorologie, der Wetter und Klima aus Sicht der Landwirtschaft analysiert. So können Tipps und Hinweise im Hinblick auf Dürre, Frost- und Windschäden gegeben werden. Dies ist besonders für die ertragsoptimierte Standortplanung bei Nutzpflanzen interessant.
AIRMET
Ein AIRMET (AIRman's METeorological Information) ist eine Wetterwarnung, die für die allgemeine Luftfahrt wichtig ist. Gewarnt wird für die Fluginformationsregionen (FIR) im unteren Luftraum. In Deutschland bis FL 100 (FIR München bis FL 150), in Österreich bis FL 240.
Albedo
Das Verhältnis zwischen reflektierter und einfallender solarer Strahlung. Je höher die Albedo, desto besser ist das Reflektionsvermögen des jeweiligen Mediums. Die Werte natürlicher Oberflächen unterscheiden sich außerordentlich stark (dunkles Gestein 0,05 oder 5 Prozent, frisch gefallener Schnee 0,85 oder 85 Prozent).
Aleutentief
Konstantes nordpazifisches Tiefdruckgebiet im Bereich der Aleuten.
Allgemeine Zirkulation der Atmosphäre
Der ständige wiederkehrende Ablauf weltweiter Austauschvorgänge in der Lufthülle der Erde. Dieser mittlere Zirkulationsmechanismus wird durch die erdgeometrisch bedingte, unterschiedliche Zufuhr von Strahlungsenergie in Gang gehalten. Er führt zu einem weltweiten Austausch von Luftmassen und einem Ausgleich der Wärme- und Bewegungsenergien.
Allgemeine Zirkulation der Atmosphäre:
Alpenglühen
Purpurroter Wiederschein von Schnee- und Kalkgipfeln der Berge. Es entsteht durch das in ca. 25 Kilometer Höhe auftretende Purpurlicht, welches kurz vor Sonnenaufgang am Osthimmel und kurz vor Sonnenuntergang am Westhimmel entsteht.
ALPFOR
Der ALPFOR ist eine graphische Wettervorhersage, die speziell auf die Bedürfnisse der allgemeinen Luftfahrt und des Flugsportes abgestimmt ist. Die Karte wird zweimal am Tag als sogenannte "fixed time prognostic chart" erstellt, in der die zu erwartenden Wetterverhältnisse zu einem bestimmten Zeitpunkt dargestellt werden. Die Karte zeigt die Wetterverhältnisse über Österreich und Umgebung vom Boden bis Flugfläche 240 (6000m). In Gebieten, in denen gute thermische Bedingungen erwartet werden, sind zusätzliche Informationen über Entwicklung der Thermik u.s.w. eingetragen.
Altocumulus
Kleine Haufenwolken (Schäfchenwolken) in mittleren. Mischwolke, d. h. aus Wassertropfen und teilweise aus Eiskristallen bestehende Wolkenform. Sie treten meist in Bänken auf und entstehen vor allem bei der Auflösung einer Wolkendecke.
Altostratus
Der Altostratus ist eine Schichtwolke in mittleren Atmosphärenschichten von 2000 - 7000 m und besteht aus Wassertröpfchen und Eiskristallen. Zudem hat er meist eine große horizontale (mehrere 100 km) und vertikale (mehrere 100 m) Ausdehnung. Oft liegen mehrere Schichten übereinander. Wenn er mächtig genug ist, fällt Dauerniederschlag mit Regen, Schnee, Eiskörnern oder Frostgraupeln.
Altweibersommer
Regelfall der Witterung. Trocken-warme Schönwetterperiode in der zweiten Septemberhälfte. Häufig bleibt zu dieser Zeit eine unterschiedliche breite Hochdruckzone zwischen den Azoren und Sibirien für mehrere Tage ausgeprägt. Tritt dieser atmosphärische Zustand im Oktober auf, spricht man vom „Goldenen Oktober“. Herkunft des Wortes Altweibersommer: Neben der einsetzenden Laubverfärbung ist in dieser Zeit in der Natur das Auftreten von unzähligen Spinnfäden typisch, an denen sich junge Spinnen mit dem Wind forttragen lassen. In der Mythologie heißt es, dass dies von den Wolkenfrauen gesponnene Fäden des Schicksals zwischen Leib und Seele eines Menschen sind. Aus diesen Fäden machten die „alten Weiber“ (Nornen, Moiren, Parzen) ein Schleppkleid. Die Lebensfäden sollten auch das Lebensende eines Menschen bestimmen. Im angelsächsischen spielt die Bezeichnung „mettana“, „die (den Lebensfaden) Messenden“ auf diesen mythischen Zusammenhang an. In Schleswig-Holstein ist in „Die Metten haben gesponnen“ als Umschreibung für den Tod eines Menschen der mythologische Zusammenhang erhalten geblieben. Weniger schicksalsschwer ist die Bezeichnung „fils de la Vierge“ (Marienseide, Liebfrauenfäden) im Französischen.
Amboss
Oberster Teil einer Gewitterwolke (Cumulonimbus) mit dem Aussehen eines Ambosses. Die Ausbreitung der mächtigen Wolke wird durch eine Inversion verursacht, meist durch die Tropopause. Dieser obere Teil besteht ausschließlich aus Eiskristallen.
Anemometer
Gerät zur Messung von Windgeschwindigkeit und Richtung. Das klassische Windmessgerät ist das Schalenkreuzanemometer mit elektronischer Messwertübertragung. Auf die Achse des windgetriebenen Schalenkreuzes wird ein Dynamo gesetzt. Die durch die Drehung des Schalenkreuzes erzeugte Spannung ist der Windgeschwindigkeit proportional. Bei thermischen Anemometern kühlt der Wind einen Platindraht ab, was durch aufheizen des Drahtes kompensiert wird. Die dazu erforderliche Heizleistung hängt mit der Windgeschwindigkeit exponentiell zusammen. Die Windrichtung wird durch eine Windfahne ermittelt.
Aneroidbarometer
Gerät zur Messung des Luftdruckes, auch Dosenbarometer genannt. Das Messprinzip beruht auf der elastischen Verformung einer vakuumierten, flachen und dünnwandigen Blechdose. Bei Luftdruckerhöhung wird die Dose gegen ihre Federkraft zusammengedrückt, bei Luftdruckabnahme dehnt sie sich aus. Diese Deformation wird mechanisch auf einen Schreibstreifen übertragen. Gemäß ihrem französischen Erfinder Lucien Vidie (1843), wird sie auch Vidie-Dose genannt. Auf diesem Prinzip basieren u.a. noch viele Höhenmesser in der allgemeinen Luftfahrt.
Antizyklonal
Im Uhrzeigersinn gerichtete Drehrichtung einer Antizyklone (Hochdruckgebiet)
Antizyklone
Siehe unter Hochdruckgebiet
Apogäum
Das Apogäum ist der erdfernste Punkt in der Bahn eines Satelliten.
Aridität
Von arid (trocken) abgeleitetes Maß der Trockenheit eines Gebietes, in denen die Verdunstung größer ist als die Menge des gefallenen Niederschlags. Bei Vollaridität liegen dauernd trockene Klimabedingungen mit weniger als 100 mm Jahresniederschlag vor. Semiarid sind Gebiete, in denen die Gesamtverdunstung größer ist als der Gesamtniederschlag, jedoch weniger als sechs Monate des Jahres auch Niederschlagsüberschüsse aufweisen können.
Arktikfront
Winterliche Luftmassengrenze im Raum des Nordmeers. Sie entsteht durch Rücktransport von Polarluft, die über den mittleren Breiten zu gemäßigter Kaltluft erwärmt wurde.
Arktisches Klima
Das Klima der Polargebiete, welche auf der Südhalbkugel ihre Grenze bei etwa 60° (Labrador) und 72° N (Nordskandinavien) haben. Dies entspricht der Grenze des geschlossenen Waldes. Innerhalb des arktischen Klimas liegen subarktische und hocharktische Klimabereiche. Im subarktischen Klima der Waldtundra- und Tundragebiete erreicht das Temperaturmittel des wärmsten Monats die 10°C-Grenze nicht, drei Sommermonate liegen jedoch zwischen ungefähr 5° und 9°C im Mittel. Daraus ergibt sich eine Vegetationszeit von 70-100 Tagen. Hohe absolute Temperaturmaxima sind ausnahmsweise möglich (bis 25°C), meist liegen diese aber nicht über 15°C. Das kälteste Monatsmittel erreicht Werte zwischen -10° und –40°C, ebenso treten Niederschlagssummen zwischen 100 und 1000 mm auf (überwiegend als Schneeniederschlag). Im hocharktischen Klima liegen alle Monatsmittel der Temperatur unter 0°C, der Gefrierpunkt wird nur an einzelnen Tagen überschritten. Die Niederschläge sind sehr gering (ungefähr 100- 200 mm). Unter diesen Bedingungen verschwindet jeglicher Pflanzenwuchs, die Hocharktis ist das Gebiet der Eiswüsten.
Arktisches Klima
Das Klima der Polargebiete, welche auf der Südhalbkugel ihre Grenze bei etwa 60° (Labrador) und 72° N (Nordskandinavien) haben. Dies entspricht der Grenze des geschlossenen Waldes. Innerhalb des arktischen Klimas liegen subarktische und hocharktische Klimabereiche. Im subarktischen Klima der Waldtundra- und Tundragebiete erreicht das Temperaturmittel des wärmsten Monats die 10°C-Grenze nicht, drei Sommermonate liegen jedoch zwischen ungefähr 5° und 9°C im Mittel. Daraus ergibt sich eine Vegetationszeit von 70-100 Tagen. Hohe absolute Temperaturmaxima sind ausnahmsweise möglich (bis 25°C), meist liegen diese aber nicht über 15°C. Das kälteste Monatsmittel erreicht Werte zwischen -10° und –40°C, ebenso treten Niederschlagssummen zwischen 100 und 1000 mm auf (überwiegend als Schneeniederschlag). Im hocharktischen Klima liegen alle Monatsmittel der Temperatur unter 0°C, der Gefrierpunkt wird nur an einzelnen Tagen überschritten. Die Niederschläge sind sehr gering (ungefähr 100- 200 mm). Unter diesen Bedingungen verschwindet jeglicher Pflanzenwuchs, die Hocharktis ist das Gebiet der Eiswüsten.
ATIS
Automatic Terminal Information Service: Ein automatischer Flughafeninformationsdienst. ATIS-Meldungen werden über UKW-Drehfunkfeuer verbreitet und werden automatisch von 5.00 bis 24.00 Uhr UTC ausgestrahlt. Inhaltlich sind sie, wie VOLMETs englische Klartexte der METARs (siehe unter METAR).
Atmosphäre
Die Atmosphäre ist die Lufthülle der Erde. Ihre wichtigsten Bestandteile sind Stickstoff, Sauerstoff und Wasserdampf. In den untersten Schichten der Atmosphäre können noch große Mengen an festen Schwebeteilchen, so genannten Aerosolen dazukommen. Der Wasserdampfgehalt der Atmosphäre liegt zwischen 0 und 4%. Aufgrund der großen im Wasserdampf gespeicherten Energiemenge ist er klimatisch sehr bedeutend. Das Wettergeschehen spielt sich im untersten Stockwerk der Atmosphäre, der so genannten Troposphäre ab.
Atmosphäre:
Aufgleitfläche
Die beim Aufgleiten warmer Luftmassen über Kaltluft entstehende, schräg nach oben verlaufende Luftmassentrennfläche. Sie erreicht Ausdehnungen bis 1000 km und Höhen bis 10000 m.
Aufgleitfläche:
Aufwind
Aufsteigende Luftströmung, die durch unterschiedliche Erwärmung des Erdbodens entsteht (besonders an besonnten Hängen oder in Hitzeglocken über Städten).
Auslösetemperatur
Temperatur, die ein Luftpaket in Erdbodennähe erreichen muss, um bis zum Kondensationsniveau (trockenadiabatisch) aufsteigen zu können.
Ausstrahlung
Abgabe von Wärme durch die Erdoberfläche im infraroten Bereich.
Außertropische Westwindzone
Der Bereich der globalen Westwinddrift im Luftdruckgefälle zwischen den subtropisch-randtropischen Hochdruckgebieten und den subpolaren Tiefdruckrinnen. Das Energiegefälle zwischen niederen und hohen Breiten verdichtet sich zum größten Luftdruckgradienten in der hohen Troposphäre der Mittelbreiten. Nach den Gesetzen des geostrophischen Windes entsteht eine starke und im Mittel konstante Westströmung (Jet-Stream), welche die zwischen warmer tropischer Luft und kalter Polarluft entstehenden Störungen (die sich z. B. als Zyklonen ausbilden) westwärts trägt. Sie pendelt innerhalb der Mittelbreiten rhythmusartig hin und her (Wellenzirkulation).
Azorenhoch
Hochdruckgebiet im Bereich der Azoren, das sich bis nach Mitteleuropa ausdehnen kann.
Äquatoriale Tiefdruckrinne
Siehe Innertropische Konvergenzzone
Äquinoktien
Tag- und Nachtgleiche. Die Äquinoktien sind diejenigen Zeitpunkte, an denen die Sonne direkt am Äquator im lokalen Zenit steht. Das Frühlingsäquinoktium ist am 21. März, das Herbstäquinoktium am 23. September eines Jahres. An diesen Tagen sind Tag und Nacht an allen Orten auf der Erde genau gleich lang.
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